Allgemeine Infos über Schecken

Die größten Unstimmigkeiten und Verwechslungsmöglichkeiten gibt es bei den Schecken. Hier ist es bis auf wenige ganz eindeutige Exemplare kaum möglich, den Wellensittich exakt zu bestimmen. Man geht am besten nach dem Ausschlussverfahren vor und geht dabei die typischen und unverwechselbaren Kriterien nacheinander durch. Es kann sein, dass dann immer noch zwei Möglichkeiten übrig bleiben. Einen endgültigen Aufschluss wird dann wohl nur noch die Kontrollverpaarung geben oder das Wissen um die Eltern der zu bestimmenden Wellensittiche.

Auffallend ist bei den Schecken die unregelmäßige Grundfarbe. Meistens sind die Farben von einer leuchtenden Intensität. Die Schecken sind in Kategorien eingeteilt.

  • Dominante Australische Schecken (Bandschecken)
  • Dominante Kontinentale Schecken
  • Rezessive Schecken (Harlekine oder Dänische Schecken)

Australische Schecken

Bei den dominant vererbenden Schecken gibt es zwei Sorten. Die häufiger vorkommende sind die Australischen - oder Bandschecken, so genannt, weil sich die Scheckung wie ein Band über Brust und Bauch zieht, sie besitzen sozusagen Streifen in den beiden Farben. Das aufgehellte Band sollte nicht direkt unterhalb der Maske beginnen. Der Vogel hat helle Schwungfedern und auch einen Teil der Flügel sind augehellt. Die Aufhellung befindet sich an den Kanten des Flügels, mehr oder weniger großzügig und zieht sich hinauf bis zum Flügelbug, aber der Rest des Flügels ist "ordentlich" gezeichnet oder sollte es zumindest idealerweise sein. Die Flügelzeichnung ist meist unregelmäßig. Nicht zu vergessen, der berühmte Nackenfleck, der aufgrund der noch vorhandenen Nackengefiederzeichung gut erkennbar ist. Die Wangenflecken haben ihre normale Farbe, also blau oder grau beim Grauen, können aber auch leicht gescheckt sein. Ein Australischer Schecke (1faktorig) hat sichtbare Irisringe.

Andere Namen für Australische Schecken: Dominante Schecken, Bandschecken.

TIPP: Klick hier für zusätzliche Fotos zum Identifizieren von Australischen Schecken.

Kontinentale Schecken

Dann gibt es noch die Kontinentalen Schecken. Eine Besonderheit ist, dass die weiße oder gelbe Gesichtsmasken bis zur Kehle heruntergezogen ist (tiefergezogene Maske) oder wie ein kleines Lätzchen bis zur oberen Brust reichen kann. Möglich ist auch die Andeutung einer Scheckung, die dem Australischen Schecken ähnelt, diese befindet sich ebenfalls im oberen Bereich unterhalb der Maske. Im Großen und Ganzen ist eine Scheckung im Grundgefieder nur minimal vorhanden. Ein hervorstechendes Merkmal sind die hellen Schwingen, weshalb sie früher auch Hellschwingen genannt wurden. Die meisten Kontinentalen Schecken haben die langen Schwanzfedern ebenfalls aufgehellt, aber manche haben auch Schwanzfedern in normaler Farbe. Die Wellenzeichnung auf Hinterkopf wird durch einen Nackenfleck unterbrochen, der vorhanden sein muss. Wegen der großen Ähnlichkeit zu Australischen Schecken wird es oft schwer zu unterscheiden. Ein weiteres Merkmal zur Unterscheidung: ist der Flügelbug, der sollte bei Kontinentalen Schecken gezeichnet sein, beim Australischen Schecken ist er aufgehellt.

Eine weitere nicht sofort sichtbare Besonderheit dieser Mutation besteht darin, dass die Färbung im Laufe der Jahre immer mehr aufhellen kann.

Die Gelb- und Weißschwingen sind eine Unterart der Kontinentalen Schecken. Hier trägt bloß ein Teil der Schwingen die gelbe bzw. weiße Farbe. Die beiden langen Schwanzfedern tragen beim blauen WS eine weiße Farbe und beim grünen WS die grüne Farbe. Ein ganz besonderes Merkmal ist auch hier wieder ein daumennagelgroßer gelber bzw. weißer Fleck im Nacken.

Andere Namen für Kontinentale Schecken: Holländische Schecken, Hellschwingen. Auch der Prachtopalin und der Eisschecke zählen zu den KS.

Wie man sieht, sind Australische und Kontinentale Schecken zwei genetisch ganz unterschiedliche Mutationen. Sie vererben zwar beide "dominant", aber der Australische Schecke "faktorig", d.h. ein solcher Vogel kann einen oder zwei Faktoren besitzen. (Es gibt z.B. auch einen Dunklungsfaktor, dessen Anzahl darüber entscheidet, ob ein Vogel hell, dunkel oder noch dunkler - z.B. mauve bei der Blaureihe - ist.)

Beide Mutationen besitzen einen "Nackenfleck" und tendenziell einen größeren Anteil an der dunkleren Gefiederfarbe (also z.B. mehr Grün als Gelb).

Doppelfaktorige Australische Schecken

Jetzt zu den 2faktorigen Australischen Schecken. Beim Zusammentreffen zweier AS-Faktoren, hellt der daraus entstehende Jungvogel extrem stark auf. Die Ähnlichkeit mit den Rezessiven Schecken kann irritieren. Beide besitzen stärkere Aufhellungen als der 1faktorige AS. Die Wangenflecken sind ebenfalls hell, also meistens perlfarbig wie beim Rezesssiven, können aber auch normal violett sein. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sind die vorhandenen Augenringe und die Wachshaut bei einem DF AS Hahn, die niemals rosa ist. Die Wachshaut ist beim Hahn meistens Pink/Blau gescheckt, kann aber auch normal blau sein. Die Flügelzeichnung ist durch die Aufhellung völlig verdrängt, d.h. die Flügel sind meistens rein weiß oder gelb, die Wellenzeichnung tritt nur an kleinen, vereinzelten Stellen auf und hat ansonsten einen Totalausfall. Der Nackenfleck, der vorhanden sein muss, erstreckt sich nach unten oder um den Kopf samt Ohr und Wangen auf einer oder beiden Seiten. Die Körperfarbe (Blau oder Grün) ist meistens im Schulter-/Nackenbereich sichtbar, ein kleiner Farbfleck auf der oberen Brust oder Bauch ist möglich. Die meisten DF Australischen Schecken haben einen intensiven Farbfleck am Rücken zwischen den Flügeln (Bürzelbereich), dort kann man auch die eigentliche Grundfarbe ausmachen. Zu guter Letzt der Schwanz, der ist beim 2faktorigen AS rein weiß oder gelb. Die Füße sind fleischfarben oder gräulich gescheckt.

TIPP: Klick hier für zusätzliche Fotos zum Identifizieren von Doppelfaktorigen Australischen Schecken.

Rezessive Schecken

Ein Rezessiver Schecke ist sozusagen komplett aufgehellt, hat eine unregelmäßige Zeichnung und keinerlei Augenringe (zumindest keine sichtbaren, da die Augenringe ebenfalls schwarz sind). Die Hähne behalten eine rosa-/purpurfarbene Wachshaut. Die Füße sind fleischfarben. Die Flügel sind idealerweise nur spärlich gezeichnet und die Zeichnung ist wie zufällig verteilt, daher sind die Flügel überwiegend weiß oder gelb - bis zu 70%. Auch die Aufhellung im Grundgefieder ist erheblich großzügiger und freizügiger als beim Australischen Schecken und beträgt ca. 50%. Die Körperfarbe befindet sich meistens im unteren Rumpfbereich und zwischen den Beinen. Die Schwungfedern sind Weiß / hellgelb oder graubraun (an den Kanten verwaschen-graubraun-gescheckt). Das gleiche Phänomen trifft auf die spärlich vorhandene Zeichnung auf den Flügeln zu, die idealerweise nur zu 1/3 vorhanden sein sollte, auch diese wirkt oft irgendwie verblasst und marmoriert.("Schlecht gezeichnete" Vögel, die nicht dem Ideal entsprechen können auch fast komplett gezeichnete Flügel haben) Die langen Schwanzfedern sind weiß oder blass-gräulich überzogen. Die Wangenflecken sind perlfarbig oder blau, auch ein Mix aus beidem ist möglich.

Andere Namen für Rezessive Schecken: Dänische Schecken, Harlekine.

TIPP: Klick hier für zusätzliche Fotos zum Identifizieren von Rezessiven Schecken.

Halsbandschecken

Die Halsbandschecken (HBS abgekürzt) darauf gehe ich auf sittiche.de nicht ausführlich ein, das würde zu kompliziert werden. Sie sind eine Laune der Natur und entstehen aus der Verpaarung Australischer Schecke + Rezessiver Schecke (Austr. Schecke/ Rez. Schecke x Rez. Schecke). Es müssen für Halsbandschecken zwei Faktoren der Rezessiven Schecken zusammenkommen. Die meisten Fachbücher gehen auf diese Kombination ebenfalls kaum ein; in Foren und auf Websites wird diese Mutation als konkreter Farbschlag öfter erwähnt. Diese Mutation besitzt manchmal ein Auge mit und ein Auge ohne Irisring, möglich sind aber auch zwei oder gar keine Irisringe; sie können auch auf der einen Seite einen violetten und auf der anderen Seite einen weißen Kehlfleck tragen. Die Wachshaut des Hahns ist entweder rosa oder blau-rosa gescheckt. Die Grundfarbe der Halsbandschecken ist nur sehr unregelmäßig, die Vorderseite ist deutlich aufgehellt. Alle Wellensittiche zeigen Grundfarbe auf dem Bürzel und dann entweder einen Fleck am Bauch oder in der Halsgegend. Die Aufhellung des Gefieders beginnt direkt unterhalb der Maske. Eine Wellenzeichnung ist meistens kaum vorhanden, aber sie tragen oft ein dunkles Nackenband, die Körperfarbe ist deutlich aufgehellt, wobei man sie mit doppelfaktorigen Australischen Schecken verwechseln kann. Eine Identifizierung ist wegen der großen Ähnlichkeit zu den DF AS sehr schwierig.

Wie man sieht, besteht bei den stark aufgehellten Scheckentypen ein großes Verwechslungspotential. Es ist hier oft schwer zu differenzieren. Die Augenringe alleine helfen oft auch nicht weiter, da es auch Mischformen gibt, wie Halsbandschecken, die ein Auge mit und ein Auge ohne Irisring, oder aber beide mit oder beide ohne besitzen können. Optisch lassen sie sich nicht sicher unterscheiden! Es sei halt an den Irisringen. Wenn beide Irisringe vorhanden sind, muss man nach anderen Merkmalen Ausschau halten, die auf einen Rezessiven Schecken hinweisen (Zeichnung, Wachshaut, Farbverteilung) oder diesen ausschließen. Ist auch nur ein alleiniges Merkmal eines Rezessiven Schecken vorhanden, ist es ein Halsbandschecke.

Fotos von allen hier vorgestellten Scheckenarten

Australischer Schecke hellgrün
"Nils" - von Cockatoo aka Clara

DF Australischer Schecke hellblau
"Maxi" - von J. Kordas

Rezessiver Schecke dunkelgrün
"Moritz" - von Alexandra

Kontinentaler Schecke GG Dunkelblau-Violett
"Moritz" - von Bärbel Beutler

Hellschwinge Zimtopalin Violett
"Lilly" - von Tanja&Co.

Halsbandschecke Violett
"Pauli" - von Kanji88

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