Aspergillose

Aspergillose ist eines der Erkrankungen, die recht häufig bei Wellensittichen vorkommt, sie ist allerdings nicht gegenseitig ansteckend, aber kann tödlich enden, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Anfällig sind hauptsächlich Vögel, die sich ausschließlich von Saatgut ernähren und ein geschwächtes Immunsystem haben. Man kann aber einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Wahrscheinlichkeit einer Aspergillose zu verringern. Der Vogelhalter ist hier in der Pflicht, denn Haltungsfehler können oft eine Ursache für eine Infektion sein. Lese weiter, und du erfährst, was Aspergillose ist, wie sie entsteht und wie man vorbeugen kann.

Aspergillose Wellensittich

Definition

Unter Aspergillose versteht man eine Infektion mit Schimmelpilzen (Aspergillus fumigatus, Aspergillus flavus und Aspergillus niger). In den meisten Fällen ist das Atmungssystem befallen (Nase, Nasennebenhöhlen, Luftröhre, Lunge und Luftsäcke), aber auch systemische Infektionen verursachen kann. Der Pilz kommt als mikroskopisch winzige Sporen überall in der Umwelt vor, wir werden fast täglich damit konfrontiert, und es können so ziemlich alle Vogelarten daran erkranken. kleinen Dosen schafft das auch ein gesundes Abwehrsystem. Allerdings erfährt die Aspergillose in letzter Zeit eine immer größer werdende Bedrohung, da der vermehrte Befall vermutlich mit der häufigen Anwendung von Antibiotika in Zusammenhang gebracht wirden kann.

Ursachen

Der Schimmelpilz Aspergillus bevorzugt eine feuchtwarme Umgebung und die Übertragung erfolgt über die Luft, wir atmen die Sporen sozusagen ein. Mangelnde Hygiene, schlechte Belüftung, staubiges Umfeld erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Kontamination mit mehr Sporen, als das Immunsystem bekämpfen kann.. Schimmelpilze können auch mit dem Futter aufgenommen werden.

Die Übeltäter für eine übermäßige Belastung sind vor allen Dingen:

  • Überlagertes oder falsch gelagertes Futter. Geruchsprobe machen: Körnerfutter muss stets aromatisch frisch riechen.
  • Endeutig verschimmelte Lebensmittel wie Obst und Gemüse.
  • Unsichtbare Schimmelsporen vor allen Dingen in Erdnüssen, Sonnenblumenkerne, Walnüsse oder Getreide. Wenn die Wachstumssaison sehr feucht war oder die Samen nicht rechtzeitig geerntet wurden oder einer Feuchtigkeit längere Zeit ausgesetzt waren, können sich Schimmelsporen bilden, diese sind mikroskopsch klein, also für unsere Augen nicht sichtbar.
  • Feuchtes Nistmaterial.
  • Feucht gewolrdene Mais-Einstreu oder andere organische Einstreu. Auch Buchenholzgranulat kann schimmeln.
  • Blumenerde, oft sogar sichbar mit Schimmel versetzt.. Deshalb niemals Pflanzen umtopfen, wenn Vögel in der Nähe sind.
  • Staubige Umgebung z.B. bei Renovierungsarbeiten im Haus oder Haltung in Kellerräumen oder auf Dachböden.
  • Grundsätzlich eine feucht-warme Umgebung, in der können sich die Sporen ungehemmt vermehren. Siehe auch das Thema: Wellensittiche im Winter, da wird auf das optimale Raumklima eingegangen.

Weitere begünstigende Faktoren sind andere Vorerkrankungen, Stress, schlechte Haltungsbedingungen, mangelnde Hygiene, Unterernährung, Vitamin-A-Mangel, eine vorangegangene Verletzung des Atmungssystem durch Einatmen von Rauch, Dämpfe und anderen Reizstoffen. Auch die längere Einnahme von Antibiotika kann eine Aspergillose auslösen.

Ob ein Wellensittich an Aspergillose erkrankt ist abhängig von der Konzentration der Sporen in der Umgebung bzw. die Dosis der Aufnahme zusammen mit dem Vorhandensein der begünstigenden Faktoren wie Vorerkrankungen sowie die körpereigene Immunantwort des Vogels. Während ein gesunder Organismus mit einer geringen Konzentration fertig wird, kann ein geschwächter Vogel an Aspergillose erkranken, welches dann oft einen tödlichen Verlauf nimmt.

Symptome

Eine Aspergillose kann akut oder chronisch verlaufen.

Die chronische Pilzinfektion kommt häufiger vor, sie verläuft schleichend, schädigt nach und nach das Gewebe im Körper über einen langen Zeitraum, manchmal Wochen und Monate. Die Anzeichen sind anfangs nicht eindeutig und nur diffus zu erkennen und unspezifisch. Erst später fällt der schlechte Allgemeinzustand auf, die Vögel sid oftmals auch weniger lebhaft und schlafen viel. Deutlicher wird es erst, wenn Organe bereits geschädigt sind, was eine Heilung stark erschwert und meistens unmöglich macht. Bei einem Befall kommt es im Laufe der Zeit zu Läsionen aus weißen bis gelblichen Granulomen (Knötchen), welche die Organe schädigen und in ihrer Funktionsweise stark einschränken und weitere Sporen das Gewebe durchdringen und in die Blutbahn gelangen. Die akute Aspergillose ist oft auf das Einatmen bzw. die Aufnahme großer Mengen Schimmelsporen zurück zu führen, dabei sind hauptsächlich die Syrinx, die Luftsäcke wie auch die Lungen betroffen.

Einige der unspezifischen Symptome einer chronischen Aspergillose sind:

  • vermehrtes Gähnen
  • Nasenausfluss (Rhinitis), erkennbar am feuchten Gefieder oberhalb der Nasenlöcher, häufiges Niesen.
  • Verstopftes, oft auch vergrößertes Nasenloch.
  • starker Juckreiz, Wellensittich reibt sich sehr oft Region rund um die Nase.
  • Augenausfluss, verklebte Augenlider, geschwollene Augen, Augenentzündung.
  • Gewichtsverlust, bei normalem Appetit.
  • schuppiger oder abblätternder Schnabel
  • struppiges, glanzloses Gefieder
  • Schwanzwippen
  • entzündete Gelenke / Gicht
  • Muskelschwund

Symptome einer akuten Aspergillose sind:

  • starke Atembeschwerden, schnelles Atmen
  • Vermehrtes Hecheln
  • Stimmveränderung oder sogar Stimmverlust
  • pfeifende Atemgeräusche
  • Appetitlosigkeit, der Wellensittich frisst zu wenig oder kaum noch.
  • häufiges Trinken
  • auffälliges (eventuell schnelles) Schwanzwippen
  • langgestreckter Hals oder der Sittich hakt den Schnabel am Käfiggitter ein, um so mehr Luft zu bekommen.
  • bläuliche Verfärbung des Schnabelhorns
  • Husten, Keuchen, Röcheln
  • plötzlicher Tod

Das Unberechenbare an dieser Infektion ist, dass auch andere Organe betroffen sein können, da die Sporen durch den Körper wandern, nicht immer sind Atmungsprobleme vorhanden. Es kommt oft vor, dass Leber, Nieren, Herz, Milz, Magen-Darm-Trakt befallen waren. Wenn das Nervensystem betroffen ist, kann es zu neurologischen Symptomen und Ausfällen kommen wie Schiefhals, Gleichgewichtsstörungen, Krampfanfälle, Zittern, Lähmungen. Bei einer Leberbeteiligung kann sich der Harnanteil im Kot stark grün verfärben und auch eine Gichterkrankung kann eines der Folgen sein.

Die Stoffwechselprodukte des Aspergillus nennen sich Aflatoxine und sind giftig und nach und nach den Körper vergiften. Dadurch kann es unter anderem auch zu einer Polyurie (krankhaft vermehrte Urinausscheidung) kommen.

Diagnose

Eine chronische Aspergillose ist sehr schwer zu diagnostizieren, da die Symptome auch bei vielen anderen Erkrankungen vorkommen, Eine detaillierte Anamnese durch den Tierarzt kann eventuell näheren Aufschluss geben, dazu gehören potentiell relevante Informationen über die Haltungsbedingungen, die Ernährung, den Krankheitsverlauf. Der Schimmelpilz Aspergillus lässt sich durch Untersuchungen nur schwer nachweisen, bei einem so kleinen Vogel wie dem Wellensittich sind umfassendere Untersuchungen kaum möglich. Bei unspezifischen Krankheitsanzeichen kann man aber nach dem Ausschluss-Verfahren vorgehen, also das Übliche ; Kotproben-Untersuchung, Kropfabstrich, Abtasten. Übrigens kann ein anderer Schimmelpilz aus der Gattung Mucor durchaus per Kotproben-Analyse festgestellt werden, da dieser sich oftmals im Magen-Darm-Trakt befindet.

Behandlung

Wichtig ist, dass bei oben genannten Anzeichen so früh wie möglich ein vogelkundiger Tiearzt aufgesucht wird, bevor Läsionen entstehen. Die Behandlung ist schwierig. Die Therapie besteht meistens aus der Gabe eines pilzwirksamen Mittels. Diese Präparate (Antimykotikum) - dazu zählen Wirkstoffe wie Itraconazol und Amphotericin B - sind alle leberbelastend. Aber da eine Aspergillose früher oder später zum Tode führt, hat man meistens keine andere Wahl, will man dem Vogel noch eine Chance einräumen. Die Behandlung erfolgt oft über mehrere Wochen.

Nebenher sollte unbedingt das Allgemeinbefinden des Vogels gefördert werden. Bei starkem Unwohlseinn des Wellensittichs sind weitere unterstützende Maßnahmen wie zusätzliche Wärme (Wärmelampe oder Infrarotbestrahlung), Ernährungsumstellung und zusätzliche Vitamin A- Gaben über das Trinkwasser sowie eiweißreiches Futter sinnvoll. Auch Dampfbäder mit Kamilleblüten oder Oregano-Öl können hilfreich sein. Bei Dampfbäder mit ätherischen Ölen wie Oregano immer darauf achten, dass diese nicht zu stark dosiert sind, ansonsten können sie die lädierten Atemwege noch mehr reizen. Ich habe meistens 5 Tropfen auf 1 Liter kochendes Wasser gegeben und den Vogel 10 - 15 Minuten inhalieren lassen.

Da einige Antimykotika systemisch wirken, und auf Dauer Leber und Nieren angreifen können, aber auch die Stoffwechselprodukte des Schimmelpilzes zu Vergiftungen führen, ist auch eine Unterstützung der Leber- und Nierenfunktion angezeigt. Der Tierarzt kann hier bestimmt gute Tipps geben. Für die Unterstützung der Leber raten viele Halter zu Präparate mit Mariendistel.

Die Prognose ist durchwachsen und ist davon abhängig, inwieweit Organe bereits geschädigt sind und ob weitere Erkrankungen vorliegen, dem Alter. und Ernährungsstatus, Die Behandlung wirst du wahrscheinlich immer mal wieder durchführen müssen, da es sich bei Aspergillose wie auch vielen anderen Pilzinfektionen um eine chronische Erkrankung handelt. Leider war eines meiner Wellensittiche an der chronischen Aspergillose erkrankt und er hatte diese diffusen Symptome, von allem etwas, aber nur leicht, bis es irgendwann zum Zusammenbruch kam und alles ganz schnell ging, Schwanzwippen, Durchfall, Lähmung im Bein, schneller Tod.

Vorbeugung

Schimmelpilze kann man nicht gänzlich unterbinden, da sie allgegenwärtig sind, aber man kann versuchen, den Ausbruch einer Aspergillose verhindern, den dem man

  • für eine gut belüftete und saubere Umgebung sorgt.
  • für genug Bewegungsmöglichkeiten sorgt, wichtig für das Immunsystem.
  • das Trinkwasser zweimal täglich wechselt
  • Futternäpfe und Wasserbehälter täglich gründlich reinigt.
  • Täglich das Körnerfutter frisch auffüllt und das alte entsorgt.
  • Frischkost innerhalb von vier Stunden entfernt.
  • Käfig oder Voliere , Spielzeug, Sitzstangen regelmäßig reinigt.
  • Einstreu regelmäßig entfernt und durch neue ersetzt.
  • auf eine artgerechte Ernährung achtet
  • dem Vogel keine Nüsse anbietet
  • eventuellen Stress verringert, besser noch ganz ausschaltet.
  • niemals zu viele Vögel auf engem Raum hält.
  • durch UV-Licht zusätzlich noch was Gutes tut (siehe Thema Licht).

Wenn sich Wellensittiche hauptsächlich von Körnerfutter ernähren, keine Frischkost und keine Vitamingaben erhalten, kann sich ein Vitamin-A-Mangel einstellen, dieser begünstigt ebenfalls diverse Erkrankungen, unter anderem auch eine Aspergillose.


Passende und hilfreiche Artikel hierzu:

Wellensittiche brauchen Licht

Wellensittiche im Winter

Welche Einstreu?

Hygiene und Sauberkeit

Pflegeprogramm Liste

Fotos

Wellensittich Nasenausfluss
Nasenausfluss erkennbar am verfärbten und leicht feuchten Bereich über der Wachshaut kann ebenfalls ein Anzeichen einer Aspergillose sein.
Disclaimer

Kopieren u. Publizieren des Text- u. Bildmaterials - auch auszugsweise - auf fremden Seiten ist nicht erlaubt.

Impressum
Datenschutz-Erklärung
Cookie-Richtlinie
Kontakt
Website verlinken

 

Über diese Website

Dies ist eine private Tierschutzinitiative zum Thema Wellensittich. Das Ziel ist, über artgerechte Haltungsbedingungen zu informieren, um diesen Vögeln ein gesundes und glückliches Leben zu rmöglichen.
Wellensittich-Vermittlung